Samstag, 15. Juni 2019

«Miriam Cahn – ich als Mensch».

Ausstellung im Kunstmuseum Bern vom 2.2. bis 16.6.19.

Für Kinder nicht geeignet, liest man. Und nach dem Besuch der Ausstellung möchte man ergänzen: Für empfindliche Gemüter auch nicht. Miriam Cahn ist eine trotzige Frau, und das drückt sie mit ihren Werken aus. Augenschmaus ist ihre Sache nicht.



Dem Alter – sie wird dieses Jahr 70 – blickt sie trotzig ins Auge. 
Sie hasst das Altwerden genau so wie andere Menschen, sie verarbeitet es nur anders. Auf ihre eigene Weise: sie macht sich darüber lustig. Malt sich selbst als alte Frau. Nennt ihre Werke «abbau» und «altekriegerinich». Oder «altich». Diesem verpasst sie eine geballte Faust. Einem anderen malt sie mit dem Rotstift eine grimmig lachende Maske ins Gesicht. Es bleibt eine Maske. Die wahre Botschaft ist der schlaffe Körper.



Der Sex-Raum.
So nennt Miriam Cahn einen Saal in der Berner Ausstellung, der von deftigem Sex nur so strotzt. Frauen mit aufdringlich aufgemotzten Brüsten und Vulven, Männer mit prominent erigierten Penissen. Ein Bild mit einem geil aufgeladenen Paar heisst «schön», ist es aber nicht. 



Das auffälligste Werk in diesem Raum ist die dem berühmten Gemälde «Origine du monde» von Gustave Courbet nach empfundene Nackte. Die kam 1866 so naturalistisch daher, dass sie noch lange nach ihrer Erschaffung für Aufruhr sorgte.

Hinweis: Die Bilder aus dem Sex-Raum sind leider nicht Facebook- oder Blog-tauglich. Wer sie sehen möchte, findet sie hier:

https://www.artfritz.ch/kuenstler/cahn.html




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