Samstag, 21. Dezember 2019

Wie kamen Ochs und Esel zur Krippe?

Weihnachtsfeiern ohne Krippe – undenkbar. Aber wie kamen Ochs und Esel in die Krippe? In der klassischen Weihnachtsgeschichte des Neuen Testaments (Lukas-Evangelium) kommen weder Ochs noch Esel vor. Da gibt es nur Schafhirten und eine Futterkrippe, in die Maria ihr Kind legt.

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https://www.artfritz.ch/webfotos/PDF/krippe_ochs_esel.pdf


Sandro Botticelli (1445-1510). Christi Geburt. Innenfassade Santa Maria Novella, Florenz.



Giotto (1266-1337). Franziskus predigt zu den Vögeln. Kirche San Francesco, Assisi.


Es war der Heilige Franziksus von Assisi, der vor rund 800 Jahren mit diesem Brauch begann. Er, der ja eine besondere Beziehung zu Tieren hatte, veranstaltete im Jahr 1223 eine Weihnachtsfeier mit einer Krippe. In einem kleinen Dorf namens Greccio bei Rieti im Latium, etwa 100 km nördlich von Rom. 

Er wollte den Menschen die Botschaft von Weihnachten näherbringen und lud die Leute ein, die Szene von Bethlehem selbst nachzuspielen – mit Dorfbewohnern und einem neugebo- renen Kind. Um die Armut des Stalles darzustellen, in dem Jesus geboren wurde, stattete er diesen mit Ochs und Esel aus. Und als die Leute zu singen begannen, sollen auch Ochs und Esel mit ihren tierischen Lauten eingestimmt haben. «Seht, auch die Tiere freuen sich über die Geburt des Erlösers!», soll der Heilige Franzikus ausgerufen haben.

Die Tradition des Krippenbaus verbreitete sich dann nach ganz Europa und entwickelte sich nach und nach zur Volkskunst. Aber dann, um 1800 herum – im Zuge der Säkularisierung – wurden die Krippen vielerorts verboten. Das betraf insbesondere Bayerns Kirchen, was aber die Bevölkerung nicht davon abhielt, jetzt erst recht eigene Krippen zu basteln – man schnitzte nun die Figuren selbst. Heute sind die Krippen eher wieder im Kommen – und was wäre eine Krippe ohne Ochs und Esel.


Gentile da Fabriano (1370-1427). Adorazione dei Magi. Detail. Galleria degli Uffizi, Firenze.

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