Sonntag, 11. April 2021

Enthüllungen über Christo und Jeanne-Claude

Mit VERhüllungen sind sie weltberühmt geworden: Christo und Jeanne-Claude. Beide sind tot, gestorben in New York, sie 2009, Christo letztes Jahr. Und trotzdem gibt es News von ihnen. Und interessante Facts. 




Christo und Jeanne-Claude in Kalifornien 1976. Foto Wolfgang Volz  1976 ©Estate of Christo V. Javacheff.




Wer hat gewusst, dass beide am exakt gleichen Tag geboren sind? Beide am 13. Juni 1935 (!), er in Bulgarien, sie in Marokko. Und wo steht das Gebäude, das die beiden als allererstes verhüllt haben? In der Schweiz! Es war die Kunsthalle Bern, die 1968 umhüllt wurde. 




Christo und Jeanne-Claude. Kunsthalle Bern, 1967-68. Foto Balthasar Burkhard 1968 ©Estate of Christo V. Javacheff.



Und wer hat gewusst, dass die beiden Künstler ihre Projekte stets selbst finanziert haben, ohne Gönner, ohne Sponsoren? Wie das? Indem sie aus ihren Planzeichnungen Kunstwerke gemacht und diese dann verkauft haben. 

Und wer weiss, dass auch nach ihrem Tod noch ein gewaltiges Projekt auf die Realisierung wartet? Eines, dessen Planung die Künstler schon in den 1960er-Jahren begonnen haben. Nun soll es – wenn alles gut geht – im September 2021 realisiert werden: Die Verhüllung des Arc-de-Triomphe in Paris!



Christo und Jeanne-Claude. Collage des Projektes «Arc-de-Triomphe», Paris. Private collection. Foto André Grossmann 2018 @Estate of Christo V. Javacheff.





Noch mehr über Christo und Jeanne-Claude gibts hier:

https://www.artfritz.ch/kuenstler/christo_und_jeanne-claude.html 




Christo und Jeanne-Claude. Wrapped Reichstag, Berlin, 1971-95. Foto Wolfgang Volz 1995 ©Estate of Christo V. Javacheff.

Sonntag, 28. März 2021

Höhlenmalerei: Die Rätsel von Lascaux

Vor 80 Jahren fanden vier Jugendliche in der französischen Dordogne eine Höhle mit sensationellen Kunstwerken – gemalt in prähistorischer Zeit – aber wann?



Lascaux_Bisons. Foto Don Hitchcock.






Wie alt sind die Kunstwerke wirklich? Niemand weiss es. Selbst wenn es eines Tages gelingen sollte, das Alter der Farbe zu bestimmen, wüsste man immer noch nicht, WANN diese vermalt wurde. 



Lascaux_Riesenhirsch. Foto HTO, WikiCommons.


Alles, was man bisher herausfinden konnte, ist ungefähr die Zeit, in der die Höhlen bewohnt waren. Anhand von Holzkohlestücken, die man auf dem Höhlenboden fand und deren Alter man mit der Radiokarbon-Methode bestimmen (oder schätzen) konnte. 15'000 bis 18'600 Jahre alt.

https://www.artfritz.ch/MUSEEN/lascaux_montignac.html


Eine weitere Ungewissheit kommt dazu. In Europa herrschte vor rund 20'000 bis 10'000 Jahren eine Eiszeit. Einige der abgebildeten Tiere passen aber nur in ein gemässigtes Klima. Und wann war das? Vor oder nach der Eiszeit? Die Abbildungen könnten also jünger, aber auch weit älter als 20'000 Jahre sein.




Lascaux_ Pferde. Foto Google Earth.





Kunstwerke haben schon die Neandertaler hinterlassen: In spanischen Höhlen hat man Tierdarstellungen, Handabdrücke und Farbmuster gefunden, die 64'000 Jahre alt sein könnten.

Samstag, 13. März 2021

Stilepochen – einfach erklärt

Das gleich vorweg: artfritz.ch will nicht belehren. Die Website ist und bleibt mein «persönliches Notizbuch», in dem ich festhalte, was ich in Sachen Kunst aufschnappe. Und letzte Woche hatte ich Lust, mich mit den STIL-EPOCHEN zu befassen. Was dabei rausgekommen ist, findet ihr hier – falls euch das Thema auch interessiert.

https://www.artfritz.ch/stilepochen.html




1483-Renaissance_Sandro Botticelli (1445-1510). Nascita di Venere, 1483-85. Galleria degli Uffizi, Firenz.




Welches sind die ganz grossen Renaissance-Stars? Was steckt eigentlich hinter dem Manierismus? Und wie war das noch mit Impressionismus? Ist alles, was Claude Monet gemalt hat, impressionistisch? Wie kam es zur Romantik? Welches sind die Ikonen des Symbolismus? Fragen über Fragen. Und ein paar Antworten dazu.





1540-Manierismus_Bronzino (1503-1572) Allegorie des Triumphes der Venus. 1540-45. National Gallery, London.





1605-Barock_Peter Paul Rubens (1577-1640). Susanna e i Vecchioni, 1605-07. Galleria Borghese, Rom.








1817-Romantik_Caspar David Friedrich (1774-1840). Wanderer über dem Nebelmeer, 1817. Kunsthalle Hamburg.








1899-Symbolismus_Edvard Munch (1863-1944). Tanz des Lebens, 1899-1900. National Gallery of Norway, Oslo.

Samstag, 27. Februar 2021

Venus und Adonis – wie war das noch mal?

Venus, die Liebesgöttin. Stets sorgt sie dafür, dass man sich in sie verliebt. Nur einmal nicht – da ist sie es, die sich verliebt. So richtig, mit Herz und Schmerz. Ihr Angebeteter ist der bildschöne flotte Jäger Adonis. 

Der will auf die Eberjagd, eine hoch gefährliche Sache. Venus ist besorgt, kann in der Nacht zuvor kaum noch schlafen, weil sie befürchtet, ihrem Adonis könnte etwas passieren. Am nächsten Morgen versucht sie verzweifelt, ihren Liebsten von der Jagd abzuhalten. 



Tizian (1490-1576). Venus und Adonis, 1554. Museo del Prado, Madrid.



Sie klammert sich an, fleht ihn an, er möge auf weniger gefährliche Tiere Jagd machen. Vergebens, Adonis will den Eber jagen. Es kommt, wie es kommen muss. Der Eber durchbohrt seine Lende, Adonis stirbt. Aus seinem Blut lässt Venus das berühmte Adonisröschen spriessen. Gemäss dem römischen Dichter Ovid (43 v.Chr. - 17 n.Chr.) ist es kein Röschen, sondern eine Anemone.

Mehr: https://www.artfritz.ch/kuenstler/carracci.html#venus_adonis




Annibale Carracci (1560-1609). Venus und Adonis, 1595. Kunsthistorisches Museum Wien.








Paris Bordone (1500-1571). Venus und Adonis, 1561. National Gallery London.

Sonntag, 14. Februar 2021

Tizian? oder Giorgione?

Welches Museum möchte nicht auch einen Tizian! Vor knapp einem Jahr, im März 2020, meldete das Kunsthaus Zürich, «als einziges Museum der Schweiz einen Tizian zu besitzen». Doch dann kamen Zweifel auf. In der Presse erschienen Artikel, es könnte auch ein Werk von Giorgione sein. Schliesslich war sich auch das Kunsthaus nicht mehr sicher und änderte ihren Tizian «Abendlandschaft mit Figurenpaar» aus den Jahren 1518-20 in «Tizian zugeschrieben» ab. 




Tizian (1488-1576) zugeschrieben. Abendlandschaft mit Figurenpaar, 1520-22. Kunsthaus Zürich.


Wieso das? Tizian und Giorgione waren beide Schüler von Giovanni Bellini (1430-1516). Und malten in einem so ähnlichen Stil, dass bis heute nicht klar ist, was von wem stammt. Giorgione hatte nämlich die «Unart», seine Werke weder zu signieren noch zu datieren.




Giorgione (1478-1510). Venere dormiente, 1508. Gemäldegalerie Alte Meister Dresden.


Tizian kennt man ja, aber wer war Giorgione? Giorgione bedeutet «grosser Giorgio». Diesen Ehrennamen hat man ihm verpasst, weil er einen grossen Einfluss auf die venezianische Kunst des 16. Jahrhunderts hatte. So gross, dass Kunsthistoriker sogar von einem «Giorgionismus» sprechen. Und was bedeutet «Giorgionismus»?

Hier gibts mehr: 

https://www.artfritz.ch/kuenstler/giorgione.html





Giorgione (1478-1510). Die drei Lebensalter des Menschen, 1500-1510. Galleria Palatina, Firenze.







Giorgione  (1478-1510). Virgin and Child (The Tallard Madonna), 1500-1510. Ashmolean Museum Oxford.

Samstag, 23. Januar 2021

Georges Seurat – vom Punkt zum Bild

Der französische Maler GEORGES SEURAT (1859-1891) gilt als der Begründer eines speziellen Malstils: des Pointillismus. Dieser heisst so, weil das Gemälde aus zahllosen feinen Punkten (points) zusammengesetzt wird.

Mehr: 

https://www.artfritz.ch/kuenstler/seurat.html





Georges Seurat (1859-1891). A Sunday on La Grande Jatte, 1884-86. Art Institute of Chicago.





Georges Seurat (1859-1891). Young Woman powdering herself, 1888-90. Courtauld Gallery London.






Seurat selbst kannte diesen Begriff noch nicht – er selbst bezeichnete sich noch als Divisonist. Erst nach Seurats Tod 1891 prägte sein Malerkollege PAUL SIGNAC (1863-1935) den Begriff Pointillismus und machte diesen Malstil weit herum bekannt und berühmt.



Paul Signac (1863-1935). Rotterdam, La Meuse, 1906. Kunsthaus Zürich.







Samstag, 9. Januar 2021

Friedrich Dürrenmatt - der Maler

Er wäre am 5. Januar 100-jährig geworden. 

Die Welt kennt ihn als Schriftsteller, aber er war auch Maler. Ein Leben lang hat er neben dem Schreiben auch gezeichnet und gemalt, und dabei ist ein gewaltiges bildnerisches Werk zustande gekommen. 

Dieses ist heute im Besitz des Centre Dürrenmatt in Neuchâtel – rund 1000 Werke! Leider ist es geschlossen, wie alle Museen. Aber hier gibts einen Einblick und ein paar Müsterchen seines Schaffens:

https://www.artfritz.ch/MUSEEN/neuchatel_centre_duerrenmatt.html




Centre Dürrenmatt Neuchâtel, Terrasse. 

Foto Pino Musi. 

©CDN_Confédération suisse.






Friedrich Dürrenmatt (1921-1990). Selbstportrait, 1978. 

©CDN_Confédération suisse.







Friedrich Dürrenmatt (1921-1990). 

Schwarze Himmelfahrt, 1983. 

©CDN_Confédération suisse.







Friedrich Dürrenmatt (1921-1990). 

Die sixtinische Kapelle, ohne Datum. 

©CDN_Confédération suisse.

Mittwoch, 30. Dezember 2020

Schade für die schönen Ausstellungen...

 ...die zur Zeit in den schweizerischen Museen zu sehen wären, wenn Corona sie nicht ausbremsen würde. In Basel Rembrandt, bei Beyeler Rodin und Arp, in Lausanne Giovanni Giacometti, in Zürich die Schweizer Romantik, in Winterthur die tolle Show der französischen Moderne und und und.

Ganz verzichten müssen wir Kunstfans aber nicht, immerhin gibt es einiges digital zu sehen. Zum Beispiel die farbenprächtige Ausstellung im Kunstmuseum Winterthur, die unter dem Titel «Modernité – Renoir, Bonnard, Vallotton» läuft. 



Félix Vallotton (1865-1925). Coucher de soleil avec barque échouée, 1911. Privatbesitz. Ausstellung Winterthur Kunst Museum 2020.







Henri Manguin (1874-1949). Le divan, 1918. Privatbesitz. Ausstellung Winterthur Kunst Museum 2020.





Starke Werke aus einer Sammlung, die so nicht mehr existiert. Der Winterthurer Kunstsammler Richard Bühler hat sie zwischen 1909 und 1935 aufgebaut, musste die Bilder dann aber aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen (Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre). Nun hat das Museum viele dieser Werke zu einer Show zusammengetragen. Ein Augenschmaus! 

Hier gehts zur digitalen Ausstellung:

https://www.artfritz.ch/AUSSTELLUNGEN/winterthur_KM_2020_modernite.html 




Félix Vallotton (1865-1925). Nu couché au tapis rouge, 1909. Association des Amis du Petit Palais, Genève. Ausstellung Winterthur Kunst Museum 2020.




Hoffen wir, dass die Museen bald wieder zugänglich sind. Allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr und ein gesundes, erfolgreiches 2021!

Samstag, 12. Dezember 2020

Corona und Romantik


Sind die Schweizer Museen nun offen oder nicht? Eine einfache Antwort darauf ist schwierig. Je nach Kanton sind sie geschlossen (z.B. Luzern) oder machen demnächst wieder auf (z.B. Neuchâtel) oder beschränken die Zutrittszeiten (z.B. Zürich). 

Die gute Nachricht: Im Kunsthaus Zürich läuft zur Zeit eine attraktive Ausstellung unter dem Titel «IM HERZEN WILD - DIE ROMANTIK IN DER SCHWEIZ» – und man darf sie besuchen! Von Dienstag bis Samstag je ab 10 Uhr (genaue Zeiten siehe Website des Kunsthauses Zürich: https://www.kunsthaus.ch/besuch-planen 



Alexandre Calame (1810-1864). Vierwaldstättersee, 1856. Kunsthaus Zürich.






Die Ausstellung präsentiert über 150 Werke von bekannten (und weniger bekannten) Künstlern mehrheitlich schweizerischer Herkunft – ergänzt durch internationale Berühmtheiten wie Caspar David Friedrich, William Turner, Eugène Delacroix.



Alexandre Calame (1810-1864). Grosser Eiger bei aufgehender Sonne, 1844. Bundesamt für Kultur, Bern.






Einer der Schweizer Stars der Romantik ist ALEXANDRE CALAME (1810-1864). Seine Gemälde von Schweizer Alpenlandschaften sind legendär – und spektakulär. Das Besondere daran: Er hat sie nicht nach der Natur gemalt, sondern aus dem Kopf. Heisst: Es sind eigentlich seine Visionen, die er sich aufgrund eigener Skizzen komponiert. Mit dem Ergebnis, dass die Bilder noch dramatischer und romantischer daher kommen als die Natur selbst. Eine Freude fürs Auge. 

Mehr: https://www.artfritz.ch/AUSSTELLUNGEN/ZH_KH_romantik_2020.html

Die Ausstellung läuft noch bis am 14. Februar 2021. Unbedingt besuchen!




François Diday (1802-1877). Die Aare an der Handeck, 1854. Kunsthaus Zürich.

Samstag, 28. November 2020

Marie Laurencin – Apollinaires Muse

Ihre Bilder sind ein Augenschmaus. 

Aber dafür ist die Pariserin (1883-1956) nicht berühmt geworden, sondern vor allem als Muse des Literaten Guillaume Apollinaire, mit dem sie eine stürmische Liebesbeziehung eingeht, die bis 1912 dauert. 



Marie Laurencin (1883-1956). Femmes au Chien, 1924-25. Musée de l'Orangerie, Paris.



Ihre Reduktion auf «Muse» wird ihr allerdings nicht gerecht, denn sie ist als Malerin sehr erfolgreich und geht ihren ganz eigenen Weg – was für Künstlerinnen der damaligen Zeit nicht selbstverständlich ist. Sie entwickelt einen speziellen, verträumt-lyrischen Stil mit zarten Aquarellen aus feinen Pastelltönen – unverkennbar Laurencin.



Marie Laurencin (1883-1956). Danseuses espagnoles, 1920-21. Musée de l'Orangerie, Paris.


Ihre Motive bestehen aus grazilen jungen Mädchen, Katzen und Hunden, kommen aber auch aus der Pariser Tanz- und Operettenszene. Auch in Portraits – zum Beispiel von Coco Chanel –bleibt sie ihrem Stil treu. 

Eine sehr schöne Sammlung von Laurencin-Werken bietet das Musée de l'Orangerie, Paris.




Marie Laurencin (1883-1956). Les Biches, 1923. Musée de l'Orangerie, Paris.






Mehr: https://www.artfritz.ch/kuenstler/laurencin.html 

Samstag, 7. November 2020

Warhol, Lichtenstein und die Comics

Die beiden amerikanischen Superstars der Pop-Art hatten beinahe gleichzeitig die Idee, Comics als Vorlagen für Ölgemälde zu verwenden. 

ROY LICHTENSTEIN (1923-1997) präsentierte seine Idee 1961 dem New Yorker Galeristen Leo Castelli – und dieser stieg sofort darauf ein und zeigte «Look Mickey» in seiner Galerie. Nur ein paar Wochen später tauchte bei ihm der fünf Jahre jüngere ANDY WARHOL (1928-1987) mit der gleichen Idee auf – und wurde von Castelli abgelehnt. Da musste Warhol erkennen, dass diese Nische bereits besetzt war. Roy Lichtenstein malte im gleichen Jahr noch weitere sechs Comics-Ölbilder und schaffte damit seinen Durchbruch. Schon 1962 waren alle Bilder verkauft und ab da konnte er von seiner Kunst leben.









Roy Lichtenstein (1923-1997). Woman in Bath, 1963. Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid.



mehr: https://www.artfritz.ch/kuenstler/lichtenstein.html





Roy Lichtenstein (1923-1997). As I Opened Fire, 1964. Fragment aus Triptychon, 1965. Stedelijk Museum Amsterdam.






ANDY WARHOL musste sich dagegen eine neue Nische suchen und fand diese – fast zur selben Zeit – in seinen heute berühmten Gemälden von Campbell's Suppendosen und später in Siebdrucken, in denen er unzählige Wiederholungen reproduzierte, zum Beispiel Porträts von Marylin Monroe und Mao Tsedong.





Andy Warhol (1928-1987). Marilyn Diptych, 1962. Tate Modern London.





mehr: https://www.artfritz.ch/kuenstler/warhol.html

Sonntag, 18. Oktober 2020

Pipilotti beleuchtet das Kunsthaus Zürich.

Ihr jüngstes Werk ist im September 2020 zwischen dem alten und dem neuen Kunsthaus aus dem Boden gewachsen. Eine exotische, gelb-violette Pflanze mit krummem Stamm. 

Ein «Leucht»-Turm im wahrsten Sinne des Wortes. In seinem Haupt – E.T. lässt grüssen – stecken mehrere HighTech-Lichtprojektoren, die dem Heimplatz und den beiden Kunsthäusern ein neues (Nacht)Leben einhauchen werden. «Tastende Lichter» nennt Pipilotti ihr Werk. 

MEHR: https://www.artfritz.ch/kuenstler/pipilotti_rist.html



Die Einweihung der Beleuchtungsinstallationen soll Ende 2020 stattfinden. Die Eröffnung des neuen Kunsthauses ist auf Herbst 2021 geplant.

Samstag, 10. Oktober 2020

Warum wird es eigentlich Winter?

Weil die Erdachse schief steht? Vergesst es. Der Grund liegt tiefer. Viel tiefer – in der Unterwelt! Der Herrscher der Unterwelt, PLUTO, raubte einst die schöne PROSERPINA und verschleppte sie in sein Reich. Dort machte er sie zu seiner Gattin. Proserpinas Mutter suchte sie überall, doch Pluto verheimlichte ihr, dass er sie gefangen hielt. Blöd nur, dass die Mutter immerhin CERES, die Göttin des Kornes, war. Und sich weigerte, weiter Korn wachsen zu lassen. Die Leute begannen zu hungern und Pluto musste schliesslich zugeben, dass er Proserpina bei sich in der Unterwelt hielt. 

Schliesslich beugte er sich dem Urteil von Jupiter: Proserpina durfte jedes Jahr für sechs Monate zurück in die Welt der Lebenden, zu ihrer Mutter. Danach wieder für ein halbes Jahr runter zu Pluto. Und jedes Mal, wenn Proserpina in die Unterwelt zurück muss, hält Mama Ceres alles an, nichts gedeiht mehr... und der Winter kommt.

Die Geschichte stammt aus der griechisch-römischen Mythologie. Autor ist der römische Dichter Ovid, der von 43 v. Chr. bis 17 n. Chr. lebte. Sein berühmtestes Werk heisst «Metamorphosen». 


«Pluto raubt Proserpina» heisst diese Marmorskulptur des grossen italienischen Bildhauers GIANLORENZO BERNINI (1598-1680) aus dem Jahr  1621-22. Zu sehen in der Galleria Borghese, Rom.

Mehr über Bernini:

https://www.artfritz.ch/kuenstler/bernini.html

Die Skulptur aus weissem Carrara- Marmor ist eine bildhauerische Sensation. Bernini gelingt es, den Marmor förmlich zu Fleisch werden zu lassen. Das Detailbild zeigt, wie sich die Hand des Pluto in den Schenkel der Proserpina gräbt. Als wäre dieser nicht aus Stein. Bildhauerkunst in Vollendung.