Sonntag, 19. Juli 2020

Wer weiss das von Kaiser Napoleon III?

Klar, er war Kaiser der Franzosen von 1852-1870. Aber wer weiss auch, dass er Schweizer Bürger war? Dass er seine Militärschule in Thun absolvierte und Artillerie-Hauptmann in der Schweizer Armee war? Und dass er akzentfrei thurgauer Dialekt sprach?



Des Rätsels Lösung: Napoleon III ist im Thurgau aufgewachsen. Genauer: Im Schloss Arenenberg bei Salenstein auf der Schweizer Seite des Bodensees. 








Dorthin kam er 1817 als Neunjähriger mit seiner Mutter, der Königin Hortense. Die kaufte sich eine Villa an allerschönster Lage über dem Bodensee und baute sie ganz napoleonisch aus. Heute ist es das Napoleonmuseum Thurgau. Und einen Ausflug wert. 

Mehr:







Kaiser Napoleon III. 
Nach Franz Xaver Winterhalter (1805-1873). 
Museo Napoleonico, Rom.













Königin Hortense, Mutter von Napoleon III. Gemälde von François Gérard (1770-1837). Napoleonmuseum Thurgau.



Samstag, 4. Juli 2020

Aarau: Hotspot für Schweizer Kunst

Das Aaargauer Kunsthaus war schon immer eine Fundgrube
für Schweizer Künstler. Aber jetzt läuft es zur Hochform auf.

 
Hermann Scherer (1893-1927). Der Kranke 
(Hermann Scherer vor dem Krankenbett), 1926. Sammlung Werner Coninx.


Mit der Präsentation der Sammlung von Werner Coninx 
geraten Künstler ins Rampenlicht, die grossartige Werke 
geschaffen haben, deren Namen aber nicht jedermann geläufig 
sind. 




















Eduard Gubler (1891-1971). La toilette, 1925. Sammlung Werner Coninx.



Wer war der Kunstsammler Werner Coninx? Und welchen 
Künstlern galt seine Leidenschaft? Jetzt zu sehen 
in der Ausstellung, die bis 9. August läuft. 

Mehr hier:

 















Albert Müller (1897-1926). Grüner Akt liegend, 1925. Sammlung Werner Coninx.

Samstag, 13. Juni 2020

Französische Kunst vor der Haustüre

Es muss nicht immer der Louvre sein. 
Die berühmten Franzosen wie Manet, Cézanne, Courbet, Toulouse-Lautrec oder Renoir kann man auch ganz bequem in der Nähe sehen. 


Edouard Manet (1832-1883). Im Café, 1878. 
Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz», Winterthur.


In einem Juwel von Museum am Stadtrand von Winterthur. In einer herrschaftlichen Villa samt Park. Hier befindet sich die Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz». Sie zeigt Meisterwerke vom 15. bis 20. Jahrhundert und ist immer einen Ausflug wert. 


Gustave Courbet (1819-1877). Die Woge, 1870. 
Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz», Winterthur.


Mehr über diese attraktive Sammlung findest du hier:
https://www.artfritz.ch/museen_winterthur_roemerholz.html



Pierre-Auguste Renoir (1841-1919). Schlafendes Mädchen, 1897. 
Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz», Winterthur.


Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901). Die Clownesse Cha-U-Kao, 1895. 
Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz», Winterthur.

Freitag, 22. Mai 2020

Edward Hoppers Lockdown-Bilder

Die Bilder des amerikanischen Malers Edward Hopper (1882-1967), die derzeit in einer Ausstellung in Riehen-Basel gezeigt werden (Fondation Beyeler, verlängert bis 26. Juli 2020), passen geradezu unheimlich in die Coronazeit. 

Sie zeigen menschenleere Landschaften und Städte, die uns jetzt in der Zeit des Lockdowns gar nicht mehr so fremd vorkommen. 


Edward Hopper (1882-1967). Ausstellungsplakat 
Fondation Beyeler, Riehen-Basel, 2020.

Als Hopper sie malte, war allerdings kein heimtückischer Virus der Auslöser, sondern die eher pessimistische Stimmungslage des Künstlers selbst. Er beschreibt in den meisten seiner Werke die Einsamkeit des Menschen und stellt die Frage nach dem Sinn des Lebens, die er mit einer generellen Leere beantwortet. 



Edward Hopper (1882-1967). Wellfleet Road, 1931. 
Fraenkel Gallery San Francisco.


Kein Wunder, sind viele seiner Bilder von einer gewissen Traurigkeit. Und trotzdem faszinieren sie mit ihrer Intensität und ihrer Farbigkeit. Und vielleicht auch, weil sie so aktuell wirken und so perfekt in die Coronazeit passen.

Mehr: https://www.artfritz.ch/AUSSTELLUNGEN/riehen_beyeler_hopper_2020.html



Edward Hopper (1882-1967). Portrait of Orleons, 1950. 
Fine Arts Museums of San Francisco.


Edward Hopper (1882-1967). High Noon, 1949. 
The Dayton Art Institute.

Samstag, 2. Mai 2020

Frida Kahlo und der wahre Schmerz

Wenn man gerade mit sich selbst beschäftigt ist und sich wegen ein bisschen Hausquarantäne bemitleidet, dann kann es nur gut tun, den Blick mal auf echte Schicksalsschläge zu richten. Und gleich fühlt man sich besser. Und privilegiert. 


Frida Kahlo (1907-1954). Fulang-Chang and I, 1937. 
Museum of Modern Art, New York. WikiArt Fair Use.


Eine wahrhafte Tortur war das Leben der mexikanischen Malerin FRIDA KAHLO (1907-1954). Als Sechsjährige erkrankte sie an Kinderlähmung, als Teenager bohrte sich bei einem Busunfall eine Stahlstange in ihr Becken. Dann begann ein lebenslanges Leiden. 

Sie gab aber nie auf und bekämpfte ihren Schmerz mit Malen, verarbeitete ihn in Bildern. In über fünfzig (!) Selbstporträts erzählt sie davon. Einge sind so eindringlich, dass man förmlich mitfühlen kann, was in ihrer Seele vorgegangen sein muss.

Mehr über Frida Kahlo: 
https://www.artfritz.ch/kuenstler/kahlo.html


Frida Kahlo (1907-1954). The Broken Column, 1944. 
Dolores Olmedo Collection, Mexico City. WikiArt Fair Use.


Und wenn wir schon bei Frida Kahlo sind, dann kommt da noch ein grosser und weltberühmter Künstler ins Spiel, ihr Ehemann DIEGO RIVERA. Frida und Diego, was für eine Geschichte!

Mehr über Diego Rivera: 
https://www.artfritz.ch/kuenstler/rivera.html



Frida Kahlo (1907-1954). My Nurse and I, 1937. 
Dolores Olmedo Collection, Mexico City. WikiArt Fair Use.

Dienstag, 14. April 2020

Träumen mit Chagall

Nach drei Wochen Hausquarantäne kommt man schon langsam ins Träumen. Von einem Ende des «Social Distancing». Von Treffen mit Freunden und Freundinnen. Vom Ausgehen. Vom Besuch von Museen und Ausstellungen (eine grossartige Ausstellung liefe gerade in der Schirn in Frankfurt, wenn sie denn liefe: Surrealistinnen um Frida Kahlo, Leonora Carrington, Meret Oppenheim...). Und vom Reisen. Wann wird das wieder möglich sein? Also greifen wir mal auf eine vergangene Reise zurück, AMSTERDAM. 


Marc Chagall (1887-1985). L'ecuyère (Zirkusreiter), 1931. 
Stedelijk Museum Amsterdam.

Im Januar 2020. Gefühlt liegt das schon eine Ewigkeit zurück. Im Stedelijk Museum lief eine sensationelle Ausstellung mit exklusiven Werken von MARC CHAGALL. Hier ein paar Müsterchen. 


Marc Chagall (1887-1985). Lovers, 1925. 
Stedelijk Museum Amsterdam.



Marc Chagall (1887-1985). La Madone au traîneau, 1947. 
Detail. Stedelijk Museum Amsterdam.


Mehr zu sehen gibts hier: 

https://www.artfritz.ch/MUSE/amsterdam_chagall_ausstellung_2020/index.html


Samstag, 28. März 2020

Der unbekannte Salvador Dalì

Wer kennt ihn nicht, den berühmtesten aller Surrealisten. 
Viele seiner fantasiebeladenen Werke sind legendär.


Salvador Dalì (1904-1989). Girafe en feu, 1936-37. Kunstmuseum Basel. 


Salvador Dalì (1904-1989). Traum, verursacht durch den Flug einer Biene 
um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen, 1944. Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid.

Mehr Werke:
https://www.artfritz.ch/kuenstler/dali.html 

Und dann gibt es noch den unbekannten Dalì. 

In religiösen Dingen war er nämlich zeitlebens hin- und her gerissen. Sein Vater war Atheist, seine Mutter streng katholisch. Und so wechselte er mehrmals die Fronten. Mal wollte er aus der Kirche austreten, mal bekam er eine Privataudienz beim Papst (1949).  Schiesslich bekannte er sich zum Katholizismus und legte sein Glaubensbekenntnis in der Kirche ab. Mit seinem BIBEL-ZYKLUS des Alten und Neuen Testamentes von 1964-69 lieferte er ein bemerkenswertes Werk religiöser Kunst ab. Zu sehen im Museum «Espace Dalì» in Paris-Montmartre.


Aus Dalìs Bibel-Zyklus: Genesis 2,22 «Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er 
vom Menschen genommen hatte, eine Frau». 1964-69. Musée Espace Dalì, Paris-Montmartre.


Nach Paris zu reisen ist im Moment schwierig. 
Man kann den Bibel-Zyklus aber auch hier sehen:
https://www.artfritz.ch/kuenstler/dali_bibelzyklus.html

Sonntag, 15. März 2020

Künstler-Dynastie II: Die Brueghels

Nachdem nun mit den drei Schweizer Giacometti alles klar ist (Blog vom 29. Februar), befassen wir uns heute mit den niederländischen Brueghels. Davon gibt es sogar vier, und alles ist noch ein bisschen komplizierter: Pieter der Ältere, Pieter der Jüngere, Jan der Ältere und Jan der Jüngere.

Man kann es sich einfach machen und sich nur den den BERÜHMTESTEN merken. Das ist PIETER BRUEGHEL d.Ä. Der wurde 1525 im niederländischen Brabant geboren und lebte bis 1569.

Mehr über Pieter d.Ä.: 
https://www.artfritz.ch/kuenstler/brueghel.html


Pieter der Jüngere ist sein Sohn. Jan Brughel d.Ä. ist auch ein Sohn von ihm. Und Jan der Jüngere ist der Sohn von Jan dem Älteren. Alles ganz einfach. Auf dieser Grafik wird es verständlich: 

https://www.artfritz.ch/webfotos/PDF/brueghel-familie.pdf

Zurück zu Pieter Brueghel dem Älteren. Den nennt man auch den «Bauern-Brueghel». Dies deshalb, weil er mit Vorliebe Gemälde von Bauernfesten, Bauernhochzeiten und dergleichen malte. Essen, Trinken, Tanzen – das ganze fröhliche Bauernleben. 


Pieter Brueghel d.Ä. (1525-1569). Bauernhochzeit, 1568. Kunsthistorisches Museum Wien.


Eines seiner bekanntesten Werke heisst «Die niederländischen Sprichwörter». In diesem Gemälde von 1559 verarbeitet er über hundert Redewendungen, die teilweise heute noch gebräuchlich sind. Man kann sich wunderbar darin verlieren. Wer es genau wissen will, für den gibt es auf Wikipedia eine sensationelle Zusammenstellung. Hier der Link dazu – und viel Spass!

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_niederländischen_Sprichwörter


Pieter Brueghel d.Ä. (1525-1569). Die niederländischen Sprichwörter, 1559. Gemäldegalerie Berlin.



Pieter Brueghel d.Ä. (1525-1569). Turmbau zu Babel, 1563. Kunsthistorisches Museum Wien.

Samstag, 29. Februar 2020

GIACOMETTI – wer kennt sie alle?

Zur Zeit läuft im Kunsthaus Zürich eine Ausstellung unter dem Titel 
«Ottilia Giacometti – ein Porträt». Ottilia? 

Von Giacometti kennt man den für seine schlanken abstrakten Figuren berühmten ALBERTO, dann gibt es noch AUGUSTO und GIOVANNI – aber wer ist Ottilia? 


Giovanni Giacometti (1868-1933). La madre, 1905. 
Im Arm Ottilia, im Vordergrund Alberto und Diego.
Bündner Kunstmuseum Chur. 


Eine gute Gelegenheit, der Künstlerdynastie aus dem bünderischen Stampa 
auf den Leib zu rücken. Hier eine Übersicht:

https://www.artfritz.ch/kuenstler/giacometti_kuenstlerfamilie.html


Giovanni Giacometti (1868-1933). Diego und Ottilia, 1909. 
Privatbesitz. 

Und hier gehts zur Ausstellung der Ottilia Giacometti:

https://www.artfritz.ch/AUSSTELLUNGEN/ZH_KH_Ottilia_2020.html

Die Ausstellung im Kunsthaus Zürich läuft noch bis 3. Mai 2020 und zeigt 
eindrückliche Werke von Giovanni und Alberto Giacometti.


Alberto Giacometti (1901-1966). 
Ottilia cousant à Maloja, 1925. Privatbesitz. 

Sonntag, 23. Februar 2020

Amsterdam II: Rembrandt, der Superstar?

Das Rijksmuseum feiert ihn gerade mal wieder. Im Mittelpunkt steht sein Meisterwerk «Die Nachtwache», das zum besten Gemälde der Niederlande erklärt wurde. Aber aufgepasst: Rembrandt war nicht immer der Superstar. Zu seinen Lebzeiten (1606-1669) standen ihm Künstler wie van der Helst und vor allem Peter Paul Rubens vor der Sonne.


Rembrandt (1606-1669). Die Nachtwache, 1642. Rijkmuseum Amsterdam.


Doch im 19. Jahrhundert änderte sich die Lage. Weil sich 1830 Belgien  von den Niederlanden löste. Plötzlich war Rubens ein Ausländer, denn der stammte ja aus Antwerpen! Ein neues (niederländisch/holländisches) Aushängeschild musste her. In Rembrandt Harmenszoon van Rijn – ein Amsterdamer – wurde man fündig. Und seither gilt er als Superstar der alten Meister Niederlands.

Mehr: https://www.artfritz.ch/kuenstler/rembrandt.html

https://www.artfritz.ch/MUSEEN/amsterdam_rijksmuseum.html


Rembrandt (1606-1669). Self-Portrait at the 
Age of 34, 1640. Detail. National Gallery London.



Rembrandt (1606-1669). Man in Oriental Dress, 1635. 
Rijksmuseum Amsterdam.


Rembrandt (1606-1669). Man in Oriental Dress, 1635. 
Detail. Rijksmuseum Amsterdam.

Samstag, 8. Februar 2020

Wer kennt Banksy?

Alle kennen ihn – und niemand weiss, wer er ist. Der britische StreetArt-Künstler tut alles, um seine Identität geheim zu halten. Alles, was man weiss: Er soll 1974 in Bristol geboren sein. Bekannt wurde er durch seine Graffiti, die er an den Hauswänden von London und Bristol anbringt.

 
Banksy (1974?). Beanfield, 2009. 
Private Collection. Moco Museum Amsterdam.


Viele seiner Werke sind politische Botschaften. Da vergleicht er schon mal Politker mit Affen und zeigt der Polizei den Stinkefinger, aber sein berühmtestes Werk, das «Mädchen mit dem Ballon» trägt eine geniale Botschaft: Ja, der Ballon ist weg und unerreichbar... aber THERE IS ALWAYS HOPE

Dass Banksy nicht nur Street-Kunst macht, ist kaum bekannt. Aber im Amsterdamer MOCO-Museum kann man seine Indoor-Kunst erleben.

Mehr über Banksy: https://www.artfritz.ch/MUSEEN/amsterdam_moco_museum.html



Banksy (1974?). 
Girl with Balloon – There is always Hope. 
Moco Museum Amsterdam.



Banksy (1974?). Love is in the air 
(Flower Thrower), 2005. Private Collector. Moco Museum Amsterdam.



Banksy (1974?). Smiley Copper, 2002-2003. 
Private Collection. Moco Museum Amsterdam.

Samstag, 11. Januar 2020

Einfach nur schön!

Kunst soll das Auge erfreuen. 
Die Gemälde von Sorolla sind Meisterwerke von Licht und Farbe. Und wer ist dieser Joaquin Sorolla Bastida? Hierzulande kennt ihn kaum jemand, in Spanien ist er ein Superstar. Er lebte von 1863-1927 und malte seine schönsten Szenen am Strand von Valencia. Zu sehen sind seine Werke in einem eigens für ihn eingerichteten Museum in Madrid.

Mehr: https://www.artfritz.ch/kuenstler/sorolla.html


Joaquin Sorolla Bastida (1863-1923). Paseo a orillas del mar, 1909.


Joaquin Sorolla Bastida (1863-1923). Cosiendo la vela, 1896.


Joaquin Sorolla Bastida (1863-1923). Verano, 1904.


Joaquin Sorolla Bastida (1863-1923). El bano de caballo, 1909.

Samstag, 21. Dezember 2019

Wie kamen Ochs und Esel zur Krippe?

Weihnachtsfeiern ohne Krippe – undenkbar. Aber wie kamen Ochs und Esel in die Krippe? In der klassischen Weihnachtsgeschichte des Neuen Testaments (Lukas-Evangelium) kommen weder Ochs noch Esel vor. Da gibt es nur Schafhirten und eine Futterkrippe, in die Maria ihr Kind legt.

Mehr: 
https://www.artfritz.ch/webfotos/PDF/krippe_ochs_esel.pdf


Sandro Botticelli (1445-1510). Christi Geburt. Innenfassade Santa Maria Novella, Florenz.



Giotto (1266-1337). Franziskus predigt zu den Vögeln. Kirche San Francesco, Assisi.


Es war der Heilige Franziksus von Assisi, der vor rund 800 Jahren mit diesem Brauch begann. Er, der ja eine besondere Beziehung zu Tieren hatte, veranstaltete im Jahr 1223 eine Weihnachtsfeier mit einer Krippe. In einem kleinen Dorf namens Greccio bei Rieti im Latium, etwa 100 km nördlich von Rom. 

Er wollte den Menschen die Botschaft von Weihnachten näherbringen und lud die Leute ein, die Szene von Bethlehem selbst nachzuspielen – mit Dorfbewohnern und einem neugebo- renen Kind. Um die Armut des Stalles darzustellen, in dem Jesus geboren wurde, stattete er diesen mit Ochs und Esel aus. Und als die Leute zu singen begannen, sollen auch Ochs und Esel mit ihren tierischen Lauten eingestimmt haben. «Seht, auch die Tiere freuen sich über die Geburt des Erlösers!», soll der Heilige Franzikus ausgerufen haben.

Die Tradition des Krippenbaus verbreitete sich dann nach ganz Europa und entwickelte sich nach und nach zur Volkskunst. Aber dann, um 1800 herum – im Zuge der Säkularisierung – wurden die Krippen vielerorts verboten. Das betraf insbesondere Bayerns Kirchen, was aber die Bevölkerung nicht davon abhielt, jetzt erst recht eigene Krippen zu basteln – man schnitzte nun die Figuren selbst. Heute sind die Krippen eher wieder im Kommen – und was wäre eine Krippe ohne Ochs und Esel.


Gentile da Fabriano (1370-1427). Adorazione dei Magi. Detail. Galleria degli Uffizi, Firenze.